• juliafurdea

Wie bin ich eigentlich Moderatorin geworden?

Als kleines Kind schon hab ich die Fernsehmoderatoren mit großen Augen bewundert… Wie sie so selbstbewusst reden, schöne Kleider anhaben und einfach nur strahlen. Und eines Tages hab ich zu mir gesagt: „Julia, das wirst DU einmal sein“. Und ich bin meiner Berufung gefolgt – doch wie? Das liest du hier.


Der Entschluss, Moderatorin zu werden, stand bei mir schon im Kindesalter fest. Während meine Mama einen kurzen Versuch gewagt hat mich umzustimmen ("Such dir einen sicheren Job"), hab ich schon in meiner Schullaufbahn gemerkt, dass das meine Berufung ist. Das Grauen vieler namens Referate war für mich ein Segen, die Bühne hat mich immer angelächelt und im Ballkomitee war ich Feuer und Flamme, weil ich ein ganzes Event auf die Beine stellen und es hosten durfte. Mehr und mehr hab ich gemerkt, dass es für mich gar keinen anderen Beruf geben kann und auch meine Eltern haben mich unterstützt. Doch wie ich in das ganze reingeschlittert bin, war dann doch sehr ungewöhnlich.


Vom Model zur Moderatorin?

„Du solltest dich bei einer Modelagentur bewerben, du bist total wandelbar.“ Dieser Satz hat mein Leben verändert (keine Übertreibung!). Bei einem Ferialpraktikum hat mir die Vize-Chefin empfohlen, zu einer Modelagentur zu gehen. Und so hat alles seinen Lauf genommen. Ich war auf einmal in der Modelwelt daheim! Neben Schularbeiten und Tests war ich plötzlich auf Shootingreisen und in Prospekten zu sehen. Der nächste lebensveränderte Schritt? "Meld dich doch bei der Miss Wahl an, Julia" - ein Fotograf meinte, ich würde dort wahnsinnig viel erleben. Also hab ich genau das getan: mich für die Miss Wahl angemeldet. Zwei Siege später, war ich auf einmal Miss Austria. Ich wurde eiskalt in die Welt der Promis und Medien geworfen. In diesem Jahr hab ich unglaublich viel gelernt: über die Medienlandschaft, über andere Menschen aber auch über mich selbst. Meine Erkenntnis: das Modeln war schön und nett, aber meine Leidenschaft ist einfach das Moderieren, das hat sich noch immer nicht geändert.



Coaching, Coaching und nochmal Coaching

Nach meinem Miss Austria Jahr, mit vielen Erfahrungen im Gepäck, bin ich meine Karriere ernsthaft angegangen. Ich habe bis dahin schon einige Events moderiert, aber ich wollte die richtigen „Werkzeuge“ erlernen. Deshalb habe ich ein Moderationscoaching gemacht – wie präsentiert man Inhalte spannend, wie stellt man die richtigen Fragen etc. (Und das soll lange nicht mein letztes Moderationscoaching sein, denn man lernt nie aus). Danach habe ich ein Sprechtraining absolviert, primär um mein rollendes R wegzubekommen. Doch das Sprechtraining hat mir so viel mehr gegeben – die korrekte Aussprache, schönes Hochdeutsch, die richtige Atmung und die Stimme kräftigen– mit diesen Werkzeugen wurde ich selbstbewusster im Reden und im Sein. Deshalb mein Tipp: ich empfehle allen ein paar Sprechstunden zu nehmen. Besonders Frauen unterschätzen oft die Kraft der eigenen Stimme.


Bewerbungen und… Absagen

In dieser Zeit hab ich schon fleißig Bewerbungen geschrieben. Für Radio- und Fernsehsender und es kamen… nur Absagen. Yep! Eine Niederlage nach der anderen… „Du klingst zu jung! Du hast noch zu wenig Erfahrung! Vielleicht später! Du passt nicht zu uns!“ Solche Sätze habe ich andauernd gehört. Und ich gebe es zu, manchmal bin ich nachts wach gelegen und war verzweifelt. Doch dann wurde ich als Trainee bei Kronehit aufgenommen. Nach einigen Monaten üben, wurde ich ON AIR geschickt. Ich bin Kronehit unendlich dankbar, denn ich habe dort so vieles gelernt. Wie baue ich Moderationen spannend auf, wie setze ich meine Stimme richtig ein, wie recherchiere ich am schnellsten und effizientesten? Dort durfte ich probieren, üben und mich in meinem Moderationsstil finden.



Und dann kam: PULS 4

Mit der Erfahrung, die ich beim Radio sammeln durfte, fühlte ich mich im Moderieren sicherer. Deshalb hab ich mich weiterhin und verstärkt bei TV-Sendern beworben und es gab Castings… und Absagen. (Ja, diese Medienwelt ist hart vor allem wenn man Moderator/in werden möchte. Viele Absagen sind garantiert). Und dann kam plötzlich die (wieder) lebensverändernde Wendung: Puls 4 hat mir zugesagt!!! Ich habe einen Nerv getroffen, sie haben jemanden gesucht und ich hab einfach ins Bild gepasst. Es gehört viel Fleiß, Disziplin und Durchhaltevermögen dazu aber eben auch eine Portion Glück. Und dieses Glück kann man herausfordern, indem man sich ständig bewirbt, bei Castings mitmacht und einfach dranbleibt. Aber da ist ein kleiner Teil, ein kleines Fünkchen, das man einfach nicht beeinflussen kann.

Ich bin überglücklich, dass ich diesen (oft nicht leichten) Weg gegangen bin, weil ich lebe meinen Traum. Ich liebe es, mich zu challengen, immer wieder Neues zu lernen und genau das bietet mir das Moderieren.



Mein Tipp

Zuletzt möchte ich eine vielgestellte Frage beantworten: Wie wird man Moderator/in? Die schlechte Nachricht: Es gibt nicht die EINE Ausbildung, den EINEN Weg, den man geht und dann SCHWUPS ist man schon TV-Moderator! Viele Moderatoren sind sehr indiviuelle Wege gegangen. Die einen wurden entdeckt, die anderen waren davor Praktikanten, andere wollten Schauspieler werden und sind in die Moderation gerutscht…. Es gibt 1000 Wege um an dieses Ziel zu gelangen. Mein Tipp: ein Sprechcoaching absolvieren und bei einem Medium (TV, Radio) ein Praktikum starten ist nie verkehrt.

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