• juliafurdea

Wieso scheitern wichtig ist!

Von aussen betrachtet, sieht man meistens nur den Erfolg! Die glorreichen Momente, die Lobeshymnen und Komplimente. Doch hinter EINEM Sieg, stehen meist drei (oder dreißig) gescheiterte Versuche. Wieso scheitern gut ist und wie ich damit umgehe? Das liest du hier!



Nehmen wir doch mich als Beispiel. Ich wollte schon immer Moderatorin werden und bei Café Puls auftreten. In der Früh mit den Zuschauerinnen und Zuschauern aufstehen und sie unterhalten. Mein ultimativer Traum! Und ich bin jetzt auch genau da, bin dafür auch unfassbar dankbar! Doch was man auf meinen schönen Instagram Fotos und in meinen gegebenen Interviews nicht sieht? Die wirklich harte Knochenarbeit dahinter, die unzähligen Male, in denen ich direkt auf die Nase gefallen bin.


Unzählige Castings mit dazugehörigen Absagen, Moderationscoachings mit heftigen Feedbacks, schlaflose Nächte mit der Frage "Kann ich das überhaupt" und "Werde ich es je dorthin schaffen?". All das sieht man nicht, und doch sind genau diese Fails, Fehlschläge, Bruchlandungen, Desaster und F*ck Up Momente (you name it) essentiell und so wichtig für den Erfolg.


Scheitern ist gut - nur nicht im Moment des Scheiterns selbst

Jetzt im Nachhinein sehe ich, dass mich diese Fehlschläge und Debakel genau hierher gebracht haben, wo ich gerade bin. Wenn du dich immer nur in deiner Komfortzone bewegst, kannst du nicht wachsen. Und aus der Komfortzone gehen bedeutet auch, Dinge tun, von denen man wenig bis gar keine Ahnung hat. Dann heißt es: versuchen, womöglich scheitern und wieder aufzustehen. Daraus zu lernen und zu wachsen. Aber ganz ehrlich? Im Moment des Scheiterns ist es natürlich ein Sch**ß Gefühl. Wenn ich gerade einen Fehler gemacht habe, denke ich mir nicht "Juhu! Toll! Jetzt wachse ich daran". Sondern eher "F**k, wieso hab ich das nur gemacht? Wieso kann ich das nicht?". Das Learning aus solch einem F*ck Up Moment setzt auch nicht sofort ein. Manchmal dauert es Tage, Wochen, Monate, ja vielleicht sogar Jahre, bis man aus solch einem Fehlschlag etwas lernen kann.


Um genau hier her zu kommen, musste ich vieles lernen. Durch trial and error!


Wie mit Scheitern umgehen?

Deshalb lasse ich das erste Gefühl, das sich auftut, zu. Das erste Gefühl von Scham, Reue, Enttäuschung, Trauer, Wut... all die Emotionen, die eben aufkochen. Ich akzeptiere, dass ich gerade so fühle. Und nachdem ich mich beruhigt habe, analysiere ich die Situation in dem ich sie aufschreibe. Ich frage mich, was passiert ist, wieso es passiert ist, was ich daraus lernen kann und was ich das nächste Mal besser machen könnte. Und da haben wir es schon - den Wachstum! Denn sobald du dich fragst "Wie kann ich es das nächste Mal besser machen", hast du schon etwas neues gelernt. Jetzt gehst du an die Sache mit einem ganz anderen Mindset ran.


Auch Stars scheitern

Wir alle scheitern, weil wir sind alle nur Menschen! Glaubst du mir nicht? Beyoncé sagt in einem ihrer Videos: "Yes, I've been blessed to have won 24 Grammys but I've lost 46 times." Auch Usher sagt in einem Video von Masterclass: "Any Artist who tells you they haven't failed, they are lying. You are greeted with many, many No's before you get a Yes." Und auch Brené Brown, eine meiner Lieblingsautorinnen und Scharmforscherin sagt: "There is no innovation and creativity without failure. Period.". Also ihr seht: wir ALLE scheitern. Der Unterschied zwischen den erfolgreichen und erfolglosen Menschen ist, dass die erfolgreichen Stars, Unternehmer, etc. es als Chance zum Wachsen und Lernen sehen.


Meine Tipps

Das wichtigste ist: nicht liegen bleiben. Sondern wieder aufraffen, den Staub von der Hose abklopfen und weiter gehen. Was mir sehr hilft, Fehlschläge zu überstehen?

  • Aufschreiben! Ich bin ein großer Fan vom Journaling. Deshalb schreibe ich alles auf und analysiere so meine Gedanken und Gefühle. Oft sehe ich Dinge klarer, wenn ich sie geschrieben Schwarz auf Weiss erblicke.

  • Mit jemandem darüber reden! Manchmal hilft es, mit einer nahestehenden Person zu reden. Doch ab und zu braucht man vielleicht auch eine außenstehende Meinung, wie zum Beispiel die eines Mentors oder Therapeuten.

  • Zeit und Ruhe! Ich weiß, wir leben in einer Gesellschaft, in der es wichtig ist, beschäftigt zu sein. Egal was, hauptsache man ist im Stress und dauernd im Machen. Doch (besonders) nach einem Fehlschlag braucht man Ruhe und Zeit, um das ganze zu verarbeiten. Ein Muskel wächst auch in der Ruhephase. Gönn dir Pausen, um deine Batterien wieder aufzuladen und deine Gedanken auf andere Dinge zu lenken.

  • Inspiration! Such dir Inspiration in Form von Podcasts, Interviews und Büchern. Ich liebe Brené Brown, die viel über Verletzlichkeit und Scheitern schreibt. Sprich mit anderen Menschen über ihr Scheitern, lies Interviews und Biografien von erfolgreichen Person. Du wirst sehen: gescheitert sind sie alle. Ihr Erfolgsgeheimnis? Eine Situation akzeptieren, daraus lernen und gescheiter und mit mehr Erfahrung im Gepäck weiterziehen.

Die wichtigsten Momente in der Karriere oder im Leben sind nicht die, in denen man etwas toll macht. Wenn ich etwas gut mache, dann lerne ich meistens nichts daraus, weil ich es ja schon kann. Wenn ich jedoch einen groben Fehler begehe, dann weiß ich: "Ups, beim nächsten Mal mache ich das definitiv anders und besser." Also: Verstecke deine F*ck Ups nicht, sondern sei stolz darauf, dass du dich getraut hast und du jetzt weiser bist! Wir alle müssen viel mehr über unsere "unschönen, fehlerhafte" Seiten reden, damit wir merken: wir sind alle gleich! Keiner ist perfekt und das ist auch gut so! Sonst wäre das Leben ja fad ;)


Wer mich wirklich inspiriert und geprägt hat, war Brenne Brown (besser gesagt all ihre Bücher). Große Empfehlung von mir!


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